(S20) Aktiengesellschaft Sächsische Werke (1916 bis 1927/28)

Artikel-Nr.: ISBN 9783939025795


Gründung, Konsolidierung und politische Steuerung eines privatrechtlich geführten Unternehmens der öffentlichen Hand

von Michaela Heinze

Das Buch im Format 17,0 cm x 24,0 cm, Paperback, verfügt über 282 Seiten,
davon acht ausklappbare Kartenansichten

 

 

Preis: 19,90 EUR
(inkl. 1,30 EUR MwSt., zzgl. Versand)


 

Vorwort

Wir schreiben das Jahr 2021. Klimakrise und Pandemie sind alles beherrschende Schlagworte. Eine mögliche Energiekrise ist im öffentlichen Sprachgebrauch eher nicht existent. Nach wie vor gelten die Herstellung und Lieferung von Strom, der Bezug von Gas, Wasser und Wärme als Bestandteile der durch den Staat zu sichernden Daseinsvorsorge. Wer die in den Parlamenten und Regierungen auf Bundes- und Landesebene geführten Auseinandersetzungen um die Energieversorgung in mittel- und langfristiger Perspektive verfolgt, wird nicht umhin kommen, allein in der Ansage, den kompletten Energiebedarf zukünftig mittels Wind- und Wasserkraft, Sonnenenergie, Biomasse und Erdwärme zu erzeugen, eine durchaus erstrebenswerte, im Kontext der aktuell noch die Grundlast sicherstellenden Kraftwerke auf der Basis von Kohle und Gas eine zwar ambitionierte, aber mittelfristig nicht umsetzbare Wunschvorstellung zu erkennen.

Atomkraft auch in technologisch weiterentwickelter Form soll gar keine Rolle mehr spielen und anstatt schwerpunktmäßig auf die Herstellung von Wasserstoff zur Energiespeicherung und -gewinnung zu setzen, werden, ähnlich wie vor hundert Jahren bei der Expansion der Elektrizitätswirtschaft, Überkapazitäten, in diesem Fall beim Bau von Giga Factorys für die Batterieherstellung geplant und wahrscheinlich auch umgesetzt. Die Befürchtungen vor einer Dunkelflaute, regional bzw. überregional möglich, werden immer öfter artikuliert.

Das alles geschieht vor dem Hintergrund einer überproportional angestiegenen Staatsquote. Während des gesamten Kaiserreichs war der Anteil der Staatsausgaben am Bruttoinlandsprodukt („Staatsquote“) von etwa drei Prozent kontinuierlich auf etwa 15 Prozent gestiegen. Inzwischen ist diese Staatsquote von 32,9 % im Jahre 1960 über 46 % im Jahre 2012 auf 51,3 % aktuell (November 2021) gestiegen! Wie konnte es dazu kommen?

Michaela Heinze zeigt in ihrer Dissertation, die wir als Verlag dankenswerterweise veröffentlichen dürfen, welche Rahmenbedingungen zur Gründung der ASW führten, welchen Stellenwert staatliche Aufsicht und privatrechtliches Management besaßen und dass seit diesem Zeitpunkt ein Prozess stattfand, in dessen Folge das Unternehmen im Jahr 1928 zum drittgrößten Energieanbieter in Deutschland avancierte.

Aus heutiger Sicht stimmt es optimistisch, dass die Stadt Dresden mit der Gründung der DREWAG, dem Erwerb der ENSO und dem aktuellen Zusammenschluss zur SachsenEnergie in dieser guten kommunalen Tradition steht.

Gerade die Energieerzeuger sind auf Grund ihrer stabilen Überschüsse in der Lage, auch weitere Bereiche der Daseinsvorsorge (DVB) zu unterstützen.


Christoph Hille