GOTT GRÜSS DIE KUNST

Dieser seit der Erfindung Gutenbergs bis heute geltende Gruß der Jünger der Schwarzen Kunst soll über den Erinnerungen stehen, die mit der Geschichte eines Familienunternehmens über bis dato fünf Generationen während einer Zeitspanne von 140 Jahren verbunden sind. Da in allen Generationen der jeweilige Inhaber der Druckerei auch ein Familienvater war, kommen die Ehefrauen und die Kinder aus diesen Ehen in dieser Chronik des Unternehmens eher am Rande vor. Welch wichtigen Part sie aber an der Seite ihrer Männer, sei es als Erzieherin der Kinder und manchmal auch als mithelfende Ehefrau gespielt haben und noch immer spielen, bleibt einer noch zu verfassenden Familienchronik überlassen. Gesagt werden kann aber, dass neben dem fachlichen und betriebswirtschaftlichen Können auch die Zugehörigkeit zu einer Kirche wesentlicher Bestandteil ihres Lebens war.
Der Gründer Albert Hille war katholischen Glaubens, er heiratete eine Evangelische und seine Kinder wurden in diesem Bekenntnis erzogen. Erst mein Vater Rudolf Hille heiratete mit meiner Mutter Ingeborg eine Katholikin, deren Kinder und Enkel in diesem Glauben erzogen wurden. Sowohl der Buchdruckereibesitzer Albert Hille, wie auch sein Sohn Walter nutzten die zu ihren Zeiten vorhandenen Möglichkeiten, um sich neben der eigentlichen Arbeit auch ehrenamtlich einzubringen. Das betraf im Wesentlichen die Innungsarbeit, von der uns Zeugnisse erhalten geblieben sind.

(Vorwort zur noch nicht abgeschlossenen Chronik)

 

Kurzer Auszug:

Um 1900 gab es bereits 119 Druckereien in Dresden, die Mitglied der Innung waren. Sie teilen sich nach ihrem Gründungsdatum auf:
Zwei wurden im 18. Jahrhundert gegründet; zwei in den Jahren 1801 bis 1810; eine zwischen 1811 und 1820; vier zwischen 1831 und 1840; sechs zwischen 1841 und 1850; drei von 1851 bis 1860; zwölf zwischen 1861 bis 1870;
17 von 1871 bis 1880; 31 zwischen 1881 bis 1890 und 38 von 1891 bis 1900.

Um 1900 erschienen in Dresden täglich acht unterschiedliche Tageszeitungen.

Die Innung wurde per Dekret der königlichen Amtshauptmannschaft zum
1. Juni 1899 in eine Zwangsinnung überführt und schon Ende 1901 wieder aufgelöst. 62 der ehemaligen Mitglieder fanden sich in der folgenden freiwilligen Buchdrucker-Innung zu Dresden zusammen, die bis 1911 auf 90 Mitglieder angewachsen war. Die übrigen Betriebe sahen sich im Berufsverband der „fabrikmäßig orientierten“ Druckereien besser aufgehoben, ein Dilemma, dass bis zum heutigen Tage nicht gelöst ist, da es nach wie vor schwierig ist, im Druckereiwesen zwischen handwerklicher und industriemäßiger Fabrikation klar zu unterscheiden.

Soweit mir bekannt ist, hat von diesen 45 vor und im Jahre 1880 gegründeten einst wirtschaftlich starken Druckereien keine außer der Druckerei Albert Hille, ins Firmenregister eingetragen am 3. Dezember 1880,
als Familienunternehmen bis zum heutigen Tag überlebt.

Sollte jemand andere Informationen haben, sind wir für jeden Hinweis dankbar.

Bedingt durch die derzeitigen Einschränkungen haben wir das Jubiläum nur im Kreise der Mitarbeiter gefeiert. Sobald ein normales Leben wieder möglich ist, planen wir einen Tag der Offenen Tür.

Fabian und Christoph Hille